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Pünktlich zum Schulstart in Bayern ist die neue Pisa-Studie erschienen – und sie sorgt erneut für einige Furore im öffentlichen Bildungsdiskurs. Denn nie zuvor haben deutsche Schülerinnen und Schüler bei der internationalen Schulleistungsstudie mit 91 beteiligten Ländern schlechter abgeschnitten. Nicht einmal im Jahr der ersten Erhebung 2001, die damals einen landesweiten „Pisa-Schock“ auslöste.

Nun haben die Leistungen der getesteten 15-Jährigen in den evaluierten Bereichen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften weiter nachgelassen. Beim Rechnen ging’s besonders stark bergab. Aber auch die Leseleistung hat sich rapide verschlechtert. Schülerinnen und Schülern fällt es immer schwerer, längere und kompliziertere Texte zu verstehen. Ein Zusammenhang mit dem zunehmenden Handykonsum und der Informationsflut auf Social Media liegt nahe.

Besonders Sorge bereitet der wachsende Anteil an Jugendlichen, denen selbst Grundlagenkompetenzen völlig fehlen. Beim Rechnen und Lesen ist es mittlerweile jeder dritte Schüler, während jeder Fünfte gar in allen drei Bereichen das Mindestniveau verfehlt.

Zur Einordnung der Ergebnisse sei erwähnt, dass Deutschland mit den abnehmenden Schülerleistungen nicht alleine dasteht. Auch zahlreiche Länder sind betroffen, was jedoch absolut keine Entschuldigung für die schlechten deutschen Ergebnisse sein darf.

Ein spezifisch deutsches, wachsendes Problem ist die Tatsache, dass der Bildungserfolg sehr stark an die soziale Herkunft eines Kindes geknüpft ist. In der neuen Pisa-Studie belegt Deutschland bei der Bildungsgerechtigkeit im Ländervergleich einen der letzten Plätze. Eine erschreckende Entwicklung, die wir so nicht hinnehmen dürfen

Was also läuft immer noch schief, obwohl die Probleme doch bereits seit 25 Jahren bekannt sind? Tatsächlich ist seit der ersten Pisa-Erhebung einiges in Bewegung geraten. Auch in Bayern. Mehr Sprachförderung in den Kitas, mehr Ganztagsangebote, mehr Grundschulstunden in den Kernfächern Deutsch und Mathe, um einige Beispiele zu nennen. All diese Maßnahmen sind richtig und wichtig. Und ja, sie brauchen Zeit, um zu wirken.

Und doch vermissen wir Abgeordneten der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag ein echtes Bekenntnis der Staatsregierung zu einer Bildungspolitik, die die Chancengleichheit aller Kinder in den Mittelpunkt stellt.

In Bayern, das auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen ist, können wir uns eine wachsende Zahl an abgehängten Bildungsverlierern schlicht nicht leisten. Auch dürfen wir eine weitere Spaltung der Gesellschaft nicht riskieren.

Was ist also zu tun? Ein Beispiel ist das bundesweite „Startchancen-Programm“. Dieses Programm richtet sich an Schulen mit einem hohen Anteil an sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern, zielt also genau in die richtige Richtung. Immerhin 580 bayerische Schulen nehmen daran teil, 24 davon am Bayerischen Untermain. Damit das Programm jedoch seine volle Wirkung entfalten kann, muss es jedoch deutlich stärker mit Landesmitteln unterfüttert werden, etwa für Investitionen in Schulausstattung, zusätzliche Sozialarbeiter und Schulpsychologen.

Doch nicht nur die Grundschulen, auch die Mittelschulen verdienen mehr Aufmerksamkeit. Dass hier allein im laufenden Schuljahr 500 Lehrkräfte fehlen, ist nicht akzeptabel. Da wirkt das bestehende Stellenmoratorium der Staatsregierung absolut kontraproduktiv.

 

Doch nicht nur die Grundschulen, auch die Mittelschulen verdienen mehr Aufmerksamkeit. Dass hier allein im laufenden Schuljahr 500 Lehrkräfte fehlen, ist nicht akzeptabel. Da wirkt das bestehende Stellenmoratorium der Staatsregierung absolut kontraproduktiv.

Bildung ist der Schlüssel für Wohlstand, für Gleichberechtigung und Teilhabe. Sie ist die beste Prophylaxe gegen Radikalisierung in jedwede Richtung, sie impft gegen Populismus und Desinformation.

Jedes Kind muss die Chance erhalten, seine Fähigkeiten voll zu entfalten – egal ob seine Eltern arm oder reich sind, ob es in Kyiw, Kabul oder Kleinostheim geboren ist, in der Stadt oder auf dem Land lebt.

Für eine gerechte Bildungspolitik setze ich mich mit meiner Arbeit im Bayerischen Landtag auch in Zukunft mit Nachdruck ein.

Herzlichst

Unterschrift Ihre Martina blau
Martina Fehlner, MdL

Martina Fehlner
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